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Diskussion (24 Beiträge)

Frage der Urbanum Redaktion
Am Theaterhaus in Stuttgart zu spielen, ist tägliche Interkultur.
Wie klappt das?
11.02.2002 / 13.44

Antwort von Asli/Yavuz
Es ist wie beim Italiener Brot kaufen, beim Türken Tee trinken, Französische Filme mögen und einen schwarzen Polizisten um Hilfe bitten – also ganz was alltägliches.

11.02.2002 / 13.44

Frage der Urbanum Redaktion
Nimmt das Publikum dieTheaterstücke eigentlich interkulturell wahr? Oder
konsumiert es nur das Stück?
11.02.2002 / 13.46

Antwort von Asli/Yavuz
Natürlich nehmen sie das wahr. Das ist ja auch das besondere am Theaterhaus und das Publikum vermittelt uns das bei jeder Gelegenheit.

11.02.2002 / 13.46

Frage der Urbanum Redaktion
Ist das interkulturelle Klima in Stuttgart anders als in anderen Städten in Deutschland?
11.02.2002 / 13.47

Antwort von Asli/Yavuz
Wir kennen die anderen Städte in Deutschland nur von Gastspielen und kurzen Besuchen, deswegen können wir das nicht beurteilen, aber das Leben in Stuttgart gefällt uns!

11.02.2002 / 13.47

Frage der Urbanum Redaktion
Tut die Stadt Stuttgart genug dafür, das Zusammenleben so vieler Nationalitaeten zu erleichtern? Sehen Sie die Gefahr, dass in Stuttgart - wie in Strassburg - irgendwann einmal auch Autos brennen?
11.02.2002 / 13.49

Antwort von Asli/Yavuz
Die Eindrücke, die wir seit 2-3 Jahren haben, zeigen uns, dass die Stadt Stuttgart das Miteinanderleben verschiedener Nationen sehr gut geschafft hat. Es wäre auch fatal, wenn man sich in einer Stadt mit so hohem Ausländeranteil immer noch fremd fühlen müsste.

11.02.2002 / 13.49

Frage der Urbanum Redaktion
Wie beurteilen Sie das Klima in Stuttgart für das Zusammenleben verschiedener Religionen?
Ist es schwierig, hier Moslem zu sein?
11.02.2002 / 16.24

Antwort von Asli/Yavuz
Wir denken, es ist genauso wie mit der Vielfalt der Nationen.
Wir beide praktizieren keine Religion.

11.02.2002 / 16.25

Frage der Urbanum Redaktion
Welche Wuensche verbinden Sie mit dem Neubau des Theaterhauses? Welche
neuen Chancen erhoffen Sie sich davon?
11.02.2002 / 16.27

Antwort von Asli/Yavuz
Mehr kulturelle Vielfalt, Offenheit durch verschiedene neue Eindrücke und einen größeren Rahmen für multikulturelle Projekte.

11.02.2002 / 16.27

Frage der Urbanum Redaktion
Habt Ihr ein Land, dass für Euch so etwas wie das Heimatland ist?
Spielt das eine Rolle? Oder seid Ihr durch die verschiedenen
Kulturen, die Euch geprägt haben und in denen Ihr aufgewachsen seid,
einfach "Europäer", oder "Erdenbürger"?
11.02.2002 / 16.28

Antwort von Asli/Yavuz
Wir fühlen uns als „Europäer“. Aber Wien hat uns beide sehr geprägt. Die wichtigsten Jahre unseres Lebens haben wir in Wien verbracht. Deshalb - wenn von Sehnsüchten die Rede ist, dann denken wir an Wien. Aber Urlaub, Sonne und Meer, das verbinden wir mit der Türkei.

11.02.2002 / 16.28

Frage der Urbanum Redaktion
Gibt es Probleme, die Eigenheiten der deutschen und türkischen Kultur im Alltag unter einen Hut zu bekommen? Gibt es da manchmal Situationen, die zu einem Rollenkonflikt führen? (z.B. Bei religiösen Festen? Weihnachten, Ramadan...)

18.02.2002 / 16.01

Antwort von Asli/Yavuz
Probleme gibt es überall. Klischees prägen aber immer noch das alltägliche Leben. Es ist eigentlich schade, in diesem Jahrhundert noch immer darüber reden zu müssen.

18.02.2002 / 16.02

Frage der Urbanum Redaktion
Das Internet bietet große Chancen der Information und des
Austausches mit anderen Kulturen. Gleichzeitig wird es auch zu
rechtsradikaler Propaganda missbraucht. Wie steht Ihr zum Internet?
Seht Ihr mehr Chancen als Gefahren?

18.02.2002 / 16.02

Antwort von Asli/Yavuz
Internet ist unsere Zukunft. Das kann nur positiv wirken!

18.02.2002 / 16.02

Frage der Urbanum Redaktion
Wie könnte man bei deutschen Jugendlichen das interkulturelle Denken besser fördern?
Wie kann man als junger Mensch überhaupt eine interkulturelle Kompetenz erwerben?
20.02.2002 / 12.37

Antwort von Asli/Yavuz
Yavuz Köroglu:Wenn man z.B. wie ich als Kind türkischer Eltern in einem deutschsprachigen Land aufwächst, dann ist das mit der „interkulturellen Kompetenz“ eine ganz normale Sache. Man lernt von vornherein zwei Sprachen. Zuhause habe ich türkisch gesprochen und außerhalb deutsch. Auch war es für mich immer selbstverständlich, dass es verschiedene Lebensweisen gibt, verschiedene Arten, z.B. Feste zu feiern usw.
Wie man das besser fördern könnte? Ich finde, das geht am besten über Kontakte, dass Jugendliche zusammen kommen. Ein Beispiel könnte der Breakdance sein. Das ist ein Tanz, der in den 60er Jahren in den USA aufkam und dessen Wurzeln - wie alles, was aus Amerika kommt- in anderen Kulturen liegen. Heute machen es Tänzer in der ganzen Welt. In Stuttgart kenne ich 4 bis 5 Gruppen. Da gibt es vielleicht zwei Leute, die Deutsche sind. Alle anderen sind von überallher.
Asli Kislal: Ja. Die Multikulturelle Selbstverständlichkeit wird bald das interkulturelle Denken als normal etablieren. Man muss aber im Kindergartenalter damit anfangen. Je normaler man dieses Thema schon im Kindergartenalter behandelt, desto selbstverständlicher wird das Zusammenleben. Es wird hoffentlich irgendwann ein Teil unseres Lebens sein und niemand fragt dann mehr warum, woher, welche Hautfarbe, welcher Dialekt und dann braucht man auch diese Kompetenz nicht mehr zu erwerben, weil sie einfach da ist.

20.02.2002 / 12.38

Frage der Urbanum Redaktion
Gibt es genügend moderne Theaterstücke, die das Thema Integration von Migranten vermitteln können?
20.02.2002 / 12.38

Antwort von Asli/Yavuz
Es gibt schon welche. Wir machen im Theaterhaus z.B. gerade eine neue Produktion, die am 11. April (2001) Premiere hat und von diesem Thema handelt. Das Stück heißt: „Warum das Kind in der Polenta kocht“. Es geht um eine Zirkusfamilie, die aus Rumänien kommt und in den Westen geht. Das Zirkuskind Anna, das übrigens von Asli gespielt wird, erzählt viele Geschichten über das, was Integration sein kann und auch nicht ist.

Es werden bestimmt mit der Zeit immer mehr Stücke mit diesem Thema erscheinen, weil es immer ein aktuelles Thema sein wird, weil es immer Migranten geben wird, überall auf der Welt.

20.02.2002 / 12.39

Frage der Urbanum Redaktion
Wie wichtig ist für Stuttgart die Zeitschrift „Begegnung der Kulturen“?
20.02.2002 / 12.39

Antwort von Asli/Yavuz
Die „Zeitschrift Begegnung der Kulturen“ ist sehr informativ und das richtige für Leute, die sich für andere Kulturen interessieren. Sie sollte aber farbiger sein und mehr Fotos enthalten.

20.02.2002 / 12.40


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